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Medienerziehung im Bereich von Computerspielen und interaktiven Medien

Seit einigen Jahren kommen Computerspiele auf den Markt, die einen filmischen orspann oder eingebaute filmische Sequenzen enthalten. Mit der Einführung des "CD-Rom-Laufwerks" hat sich eine völlig neue Situation bei den Spielen ergeben. Konnte bisher ein Spieler lediglich ein im Rechner erzeugtes Bild beeinflussen oder zwischen dem Ablauf festgelegter Filmsequenzen wählen, so kann er jetzt mittels Tastatur, Maus oder Joystick selber in einer variablen Handlung agieren. ("CD-I-Technik") Filmähnliche Computerspiele erhöhen den Anreiz für Kinder und Jugendliche, ihre Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen.

Bei diesen Filmen ist es über individuelle Eingriffe möglich, Situationen oder Handlungselemente zu bestimmen, denn der Handlungsablauf ist statt in festgelegten Sequenzfolgen variabel gestaltbar. Es zeigen sich hier Ähnlichkeiten zu Hypertexten / Hypermedien, die im Computerbereich auf CD-Rom (OFFLINE) oder im Internet (ONLINE) immer häufiger in Erscheinung treten. Allerdings hat das moderne Computerspiel eine Dynamik, die eher Gefühle anspricht und Spielerinnen und Spieler über "action" und instinkthafte Reaktionen in den Bann zu ziehen sucht. Aus pädagogischer Sicht werden diese interaktiven Techniken so bewertet, daß die emotionale Anteilnahme an solchen Medien größer ist als bei üblichen Filmen. Das gilt insbesondere für das wachsende Angebot gewalttätiger, pornographischer oder rechtsextremistischer Computerspiele. Auch Sekten versuchen heute über Spiele und diverse multimediale Angebote neue Mitglieder zu gewinnen. Vor allem die dynamische Entwicklung im Internet, dem weltweiten Online-Verbund, der sich immer mehr dem Kommerz öffnet, bietet ein breites Einfallstor für Sekten und Inhaltsanbieter, die Konsumenten in unreflektierte Abhängigkeit bringen wollen und damit antiaufklärerisch handeln.

Eine Handreichung für Erzieher, die eine grundlegende Information über Video- und Computerspiele enthält, wurde vor kurzem in die pädagogische Arbeit eingebracht. Hier werden auch Wege aufgezeigt, wie die vorgelegten Informationen von Erziehern in der täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen praktisch gewendet werden können. Die Diskussion muß heute um die Erfahrungen mit Online-Angeboten, die immer größere Verbreitung finden, angereichert werden.

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